Urfa

Urfa (Türkei)

(Dr. Harald SIEBENMORGEN)

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Erzählungen

In der Spätantike entstand die Legende vom – einzigen – authentischen ‚Christusbild von Edessa‘, das für die ganze Zukunft der christlichen Bilddarstellung ein angeblich porträthaftes Aussehen des – bärtigen – Jesus kodifiziert hat. Angeblich soll der aramäische König Abgar V. von Edessa über seinen Sekretär Hannan mit Jesus Briefe ausgetauscht haben. Später erzählt die Legende, Jesus selbst habe dem König ein Bild mit seinem Gesicht geschickt.

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Abb. 2: Das Christusbild von Edessa aus der Privatkapelle des Papstes im Vatikan. Fotografiert während der EXPO 2000 im Pavillon des Heiligen Stuhls.

In arabischer Zeit wurde Urfa zur ‚fünftheiligsten‘ Stätte des Islam. Mit dem Glauben, Patriarchen wie Abraham, der Prophet Hiob und verschiedene andere alttestamentliche Propheten seien hier geboren oder hätten sich hier aufgehalten, wurde Edessa zum Weltzentrum aller drei abrahamitischen Religionen.

Französische Adelige gründeten im Ersten ‚Kreuzzug‘ den ersten Kreuzfahrerstaat, die Grafschaft Edessa, ein in seiner Exotik heute befremdliches Gebilde. Im Osten reichte das Gebiet der Grafschaft über den Euphrat hinaus, im Westen bis an das Königreich Kleinarmenien und fast bis ans Mittelmeer, im Norden bis an das Gebiet der Rum-Seldschuken, im Süden bis Aleppo und bis zum Zweistromland. Syrische, armenische und griechisch-orthodoxe Christen lebten dort, Lateiner und Muslime. Zeitgenössischen und Nachruhm Ruhm erwarb die Gräfin Beatrice, die nach der Eroberung Edessas durch die Muslime im Jahre 1144 und der Gefangennahme ihres Mannes, des Grafen Joscelin von Courtenay, von 1149 an noch einige Jahre das restliche Territorium, insbesondere die Festung Turbesel (Tell Baschir, Tilbeşar) verteidigen konnte.

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