Amalfi

Euromediterranes Amalfi (Italien)

(Dr. Dieter RICHTER)

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Lebendige Geschichte in Amalfi

In Amalfi selber, dem Zentrum der Costiera, begrüßt den Touristen schon am Hafen das Denkmal des Flavio Gioia, des legendären Erfinders des Kompasses, 1892 von Alfonso Balzico in historisierendem Stil geschaffen. Prima dedit nautis usum magnetis Amalfis: Dieser Hexameter-Vers aus dem 15.Jahrhundert ist ein stolzes Motto der Stadt, ziert auch den spätbarocken Sirenenbrunnen auf der Piazza. Schräg gegenüber dem Denkmal öffnen sich die Arsenali, die gotischen Spitzbogen der Schiffswerft aus dem 13.Jahrhundert; sie beherbergen heute das örtliche Museum, das von den Lokalhistorikern des Centro di Cultura e Storia Amalfitana betreut wird und unter anderem die ‚wahre Geschichte‘ des Kompasses erzählt. Dort hängen auch die ‚historischen‘ Kostüme, mit denen Amalfi zur Regata delle quattro repubbliche marinare antritt, einer Ruderregatta, die alljährlich im Juni zwischen den Städten Amalfi, Venedig, Pisa und Genua ausgetragen wird, begleitet von einem Umzug, den der „Doge von Amalfi“ anführt.

Durch die schmale Porta Marina betritt man die Piazza der Stadt mit dem berühmten Blick auf die steil ansteigende Treppe zum Dom. Dessen Fassade wurde 1891 mit Mosaikarbeiten in byzantinisierendem Stil errichtet – kunsthistorisch vielleicht diskutabel, jedoch von der Erinnerung an die große Vergangenheit der Stadt geprägt. Der größte Schatz des Doms ist das bronzene Portal, 1060 in Konstantinopel gegossen und von Pantaleone di Mauro gestiftet, dem Vorsteher der dortigen amalfitanischen Handelskompanie. Ein ähnliches Bronzeportal von 1087 findet sich im Dom des benachbarten Ortes Atrani, dem Ort, an dem die Dogen gekrönt wurden. Die Technik des Bronzegusses war ein Privileg byzantinischer, später apulischer Meister, die prachtvollen Bronzeportale in Süditalien (neben Amalfi und Atrani auch in Ravello, Benevent, Trani und Monreale) sind bis heute die schönste Erinnerung an den Austausch mit dem Osten.

Am Ende des Orts liegt die Valle dei mulini mit den Resten der mittelalterlichen Papiermühlen. In der Nähe erinnert ein „Papiermuseum“ (Museo della carta) an die große Tradition der carta di Amalfi. Eine einzige Papiermühle stellt auch heute noch handgeschöpftes Papier her.

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