Amalfi

Euromediterranes Amalfi (Italien)

(Dr. Dieter RICHTER)

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Die Anfänge des Seerechts. Die Tabula de Amalpha

Handelsbeziehungen auf langen, gefahrvollen Strecken und unter Beteiligung unterschiedlicher Partner erfordern ein Minimum an rechtlichen Regelungen. Bereits das römische Recht kannte die Lex Rhodia de iactu, welche die Verbindlichkeiten im Falle des üblichen Überbordwerfens (iactus) eines Teils der Ladung im Gefahrenfalle regelte. Im hohen Mittelalter entstanden dann in Amalfi differenzierte seerechtliche Regelungen, die in der sogenannten Tabula de Amalpha überliefert wurden (Capitula et ordinationes Curiae Maritimae nobilis civitatis Amalphe). Sie sind zum Teil in Latein, zum Teil in der Volkssprache abgefaßt und behandeln unter anderem die Verbindlichkeiten zwischen Kapitänen und Schiffseignern, Pflichten und Rechte der Seeleute sowie Fragen der Entschädigung im Falle von Piraterie oder Havarie. Wieweit die amalfitanischen Ordinationes für die Seefahrt tatsächlich verbindlich oder sogar, wie immer wieder behauptet, für den ganzen Mittelmeerraum gültig waren, bleibt allerdings fraglich. Marine Anarchie war schon immer ein charakteristisches Element der Seefahrt.

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