Amalfi

Euromediterranes Amalfi (Italien)

(Dr. Dieter RICHTER)

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Mediterrane Niederlassungen und das Johanniter-Hospital in Jerusalem

Stützpunkte der amalfitanischen Handelsbeziehungen im Mittelmeer waren die sogenannten fondachi – der Begriff ist als arabisches Lehnwort (funduq) ins Italienische gekommen. Der fondaco war eine Handelsniederlassung im fremden Land, konnte neben Warenmagazinen, Banken und Wohnquartieren auch soziale und religiöse Einrichtungen wie ein Hospital und eine Kapelle umfassen – insgesamt also ein frühes Beispiel für ‚ethnische‘ Exklaven und die parallele Existenz verschiedener Kulturen und Religionen. Daß es dabei keineswegs immer friedlich zuging, zeigt ein Ereignis aus dem Jahr 996: Damals wurden nach einem Brand im amalfitanischen funduq in Kairo 160 Kaufleute ermordet und das Warenmagazin geplündert.

Amalfitanische Handelsniederlassungen, sogenannte Amalfitaníe, sind aus dem hohen Mittelalter nicht nur aus den Küstenstädten der Apenninhalbinsel und Siziliens bezeugt (noch heute erinnert die Via dell´ Amalfitania im alten Hafenviertel von Syrakus an ihre Existenz). Von besonderer Bedeutung waren die Stützpunkte im östlichen Mittelmeer und in Nordafrika, so in Konstantinopel, Aleppo, Antiochia, Kairo, Alexandria, Tunis oder auf Kreta.

Zu besonderer geschichtlicher Bedeutung brachte es die amalfitanische Niederlassung in Jerusalem. Im dortigen, dem Heiligen Johannes geweihten Pilgerhospital (Ospedale di San Giovanni) gründete Gerardo Sasso aus dem amalfitanischen Bergort Scala 1082/84 die Bruderschaft der Johanniter. Aus ihr entwickelte sich der souveräne Johanniter- und in seiner Nachfolge der Malteser-Orden. Dessen Wappenbild, das achtgezackte Kreuz, ziert heute auch das Stadtwappen von Amalfi.

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