Amalfi

Euromediterranes Amalfi (Italien)

(Dr. Dieter RICHTER)

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Das Papier, der Kompass

Für zwei grundlegende technische Neuerungen aus dem Osten spielte Amalfi dabei im Kontext des Orienthandels eine besonders wichtige Rolle: Papier und Kompass.

Papier, aus Hadern hergestellt, ist eine Erfindung der Chinesen und kam über arabische Vermittlung in den Westen, vermutlich zunächst nach Spanien (wo sich die ältesten europäischen Zeugnisse dazu finden), von dort an die Amalfiküste. Die berühmte carta di Amalfi ist seit 1289 urkundlich bezeugt; die durch Wasserkraft betriebenen Papiermühlen waren im nördlich an die Stadt angrenzenden Bergtal bis ins 20.Jahrhundert in Betrieb.

Auch der Kompass ist eine chinesische Erfindung und über die Araber in die mediterrane Welt gekommen. Seit dem 16.Jahrhundert wird seine ‚Erfindung‘ in gelehrten Werken den Amalfitanern und namentlich einem gewissen Flavio Gioia zugeschrieben. „Die Amalfitaner waren die ersten, welche die Technik der Navigation mit der Magnetnadel (calamità) nutzten“, heißt es zum Beispiel in Leandro Albertis Descritione di tutta Italia (1550). Vermutlich, so neuere Forschungen, verhielt es sich damit so, dass diese Technik durch amalfitanische Seeleute eine wichtige Verbesserung erfuhr, indem diese die schwimmende Magnetnadel mit der Windrose kombinierten.

Das Denkmal des Flavio Gioia am Hafen von Amalfi. – Foto: Dieter Richter

Das Denkmal des Flavio Gioia am Hafen von Amalfi. – Foto: Dieter Richter

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