Amalfi

Euromediterranes Amalfi (Italien)

(Dr. Dieter RICHTER)

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Amalfi und seine euromediterranen Beziehungen

Amalfi, an der Südküste der heutigen Halbinsel von Sorrent gelegen, ist keine antike Gründung, sondern verdankt – ähnlich wie Venedig – seine Entstehung den geopolitischen Umwälzungen während der Auflösung des Imperium Romanum. Auswanderer aus Rom, so die Gründungslegende, seien es gewesen, die sich auf dem Weg nach Byzanz vor kriegerischen Auseinandersetzungen der Völkerwanderungszeit in die einsame Küstenregion zurückgezogen hätten. In der Tat prägt die geomorphologische Struktur der Gegend auch die historische Entwicklung Amalfis: Das Terrain fällt von den bis zu 1.500 Meter hohen Monti Lattari steil nach Süden zum Meer hin ab, durchfurcht von einer Reihe von tiefeingeschnittenen, schmalen Bergtälern. Es ist eine Landschaft, die keinen Raum für größere Anbauflächen bietet, stattdessen zu Seefahrt und Handel geradezu zwingt, zugleich idealer Schlupfwinkel für piratereske Aktionen. Auch ausgedehntere Ansiedlungen sind an der Steilküste nicht möglich, stattdessen konzentriert sich die Bevölkerung in kleinen, räumlich eingeschränkten Siedlungskernen, die sich entweder – wie Amalfi, Atrani, Positano oder Minori – am Ausgang der Bergschluchten zum Meer hin befinden oder – wie Scala, Ravello, Pogerola – befestigte Siedlungen auf den darüber liegenden Bergplateaus sind. Wenn in den mittelalterlichen Quellen (und im folgenden) von „Amalfi“ die Rede ist, hat man sich darunter nicht nur diese Stadt im engeren Sinn, sondern die gesamte Siedlungs-Region der Costa d´ Amalfi vorzustellen. Auch die Insel Capri gehörte im Mittelalter dazu

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