Konstanz

Konstanz – ein Euro-mediterraner Erinnerungsort (Deutschland)

(Dr. Karin STOBER)

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Diesseits und jenseits der Alpen. Eine kleine Umschau in der Geschichte der Stadt

Der Rheinübergang bei Konstanz war schon in römischer Zeit durch einen Militärposten gesichert, der um 300 n. Chr. zu einem Kastell im Bereich des Münsterhügels ausgebaut wurde. Um das Jahr 700 wurde der Bischofsitz eingerichtet, der Konstanz zum Mittelpunkt der größten deutschen Diözese machte. Über viele Jahrhunderte bestimmten Bischof und Domkapitel die Geschicke der Stadt. Die Bischöfe von Konstanz unterhielten rege Beziehungen zu den geistlichen Würdenträgern jenseits der Alpen. Bischof Otto III. hielt 988 einen Hoftag mit dem Bischof von Asti, Bischof Konrad III. lud 1025 den Erzbischof von Mailand zum Hoftag nach Konstanz.

Mehr Verbindendes als Trennendes scheint der gewaltigen Gebirgskette der Alpen innezuwohnen, die sich von Westen nach Osten quer durch Europa zieht. Geradezu augenscheinlich wird dies in der Zeit der Staufer, als Schwaben und Reichsitalien eine politische Einheit bildeten. Konstanz war neben Ulm die zweite Hauptstadt des Königs in Schwaben. Unter den Staufern war Konstanz nicht nur Bischofsstadt, sondern auch Stadt des Königs. 1153 hielt Kaiser Friedrich Barbarossa hier einen Reichstag ab, 1183 kann der Konstanzer Friedensschluss zwischen Friedrich und den oberitalienischen Städten des Lombardenbundes zustande. 1212 traf der junge Staufer Friedrich II., König von Sizilien, später stupor mundi (das ‚Stauen der Welt‘) genannt, auf seinem Zug aus Italien, mit kleinem, exotisch wirkenden Gefolge in Konstanz ein und begann seinen Siegeszug durch den nördlichen Reichsteil, der ihn noch im gleichen Jahr auf den römisch-deutschen Königsthron führte.

Erst im frühen 14. Jahrhundert gelang es dem Bürgermeister und dem Rat, die Selbstverwaltung in vollem Umfang zu übernehmen. Als Führungsort des Bundes der Bodenseestädte stand Konstanz nun auf dem Höhepunkt seiner politischen Bedeutung. Gekrönt wurde die Vormachtstellung schließlich mit dem Konzil, das 1414 hierher nach Konstanz einberufen wurde.

In der Folge der Konzilsereignisse jedoch verlor sich im 15. und im 16. Jahrhundert der Einfluss der einst mächtigsten Stadt im Bodenseeraum. Nach dem Schmalkaldischen Krieg ging die Stadt am See, die sich lieber der Schweizer Eidgenossenschaft angeschlossen hätte, an die Habsburger über. 1806 kam Konstanz, nun schon lange nicht mehr als eine Provinzstadt in Vorderösterreich, an das Großherzogtum Baden. Mit der Verlegung des Bischofssitzes nach Freiburg war es 1821 auch noch um den Status des Bistumssitzes geschehen.

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